dgwa.org | DELIVERY HERO IPO – ZUM ERFOLG VERDAMMT !!!
22196
post-template-default,single,single-post,postid-22196,single-format-standard,ajax_fade,page_not_loaded,,select-theme-ver-1.7.1,wpb-js-composer js-comp-ver-4.3.5,vc_responsive

DELIVERY HERO IPO – ZUM ERFOLG VERDAMMT !!!

Während der DAX scheinbar unaufhaltsam und allen Unkenrufen zum Trotz immer neue Höhen erklimmt, kommt der IPO MARKT zumindest hierzulande nicht in Schwung und auch der so hoch gelobte START-UP Sektor macht seine Investoren bisher bei weitem nicht so glücklich wie die klassischen Aktienmärkte.

Der (geplante) Börsengang von DELIVERY HERO soll beides nun ändern. Das Unternehmen kündigte in einer schon länger erwarteten Meldung nun an:

  • ab Q2 2017 an die Börse gehen zu wollen
  • ca €450mio frisches Kapital einwerben zu wollen
  • Aktien aus Altaktionärsbesitz (u.a. ROCKET INTERNET) zu veräußern

 

Dabei soll eine Bewertung von ca €3,5mrd erreicht werden. Klingt auf den ersten Blick wie eine durchaus übliche Kombination aus frischem Kapital und Exit der Investoren aus der Start Up Phase des Unternehmens, wie eine lehrbuchmäßige Transaktion mit der die frühen Risikokapitalgeber für ihren Mut belohnt werden und konservativere Anleger nun die Chance bekommen, einzusteigen.

Bei näherer Betrachtung jedoch finden sich zahlreiche Details und Fragezeichen, die den Börsengang von Delivery Hero beeinflussen werden:

  • Der Großaktionär Rocket Internet steht seit längerem unter extremen Druck, da seit Börsengang, also nunmehr zweieinhalb Jahren, kein einziger Exit erfolgreich realisiert wurde und sich der eigene Aktienkurs mehr als halbiert hat, die Rocket Internet Idee also bis dato als gescheitert angesehen werden muss – vor allem auch weil zB der DAX im gleichen Zeitraum fast 40% zulegen konnte.
  • Delivery Hero plant das IPO mit einer Bewertung von ca €3,5mrd, also nur leicht über der letzten Kapitalrunde und weit unter den noch vor kurzem genannten €6,5mrd. Nur frühere Investoren (zB Rocket Internet) würden also Gewinne mit der Veräußerung zum IPO machen.
  • Delivery Hero plant das IPO nach der Bekanntgabe sehr guter 2016er Zahlen. Bei näherer Betrachtung wird jedoch deutlich, dass diese nur mit extrem hohen Marketingausgaben realisiert werden konnten, der Markt eine gewisse Sättigung erreicht und mit Giganten wie AMAZON und UBER neben der bereits etablieren Konkurrenz weitere und wesentlich langatmigere Spieler die Bühne betreten werden – weltweit.
  • Nach der fulminanten Entwicklung der Aktienmärkte in den letzten Jahren, vor allem aber in den letzten Monaten werden die Investoren langsam vorsichtiger. Auch wenn nicht mit deutlichen Kurseinbrüchen zu rechnen ist (da sich dies viel zu Viele wünschen bzw. brauchen) werden die Kurse volatiler. In einer solchen Phase setzen die Akteure naturgemäß auf bewährtes und gehen ungern neue Risiken ein.

 

In Summe sieht es daher so aus, als ob der Börsengang auf Betreiben von Rocket Internet mit der Brechstange und ohne Rücksicht auf die weiteren jüngeren Investoren und das Marktumfeld realisiert werden soll.

Bei Ihrem eigenen Börsengang gelang es den drei Samwers, die Investoren eindrucksvoll in die Irre zu führen, ein weiteres Indiz dafür, dass der Markt dieses Mal wesentlich kritischer sein wird.

Grundsätzlich begrüßen wir den ersten Börsengang eines inzw. großen deutschen Start Ups seit Zalando im Oktober 2014, denn ein IPO ist die erfolgreiche Krönung der Start Up Phase eines Unternehmens und Motivation, schon früh in diese Start Ups zu investieren – gelingt es daher, Delivery Hero erfolgreich an den Markt zu bringen, wird es der gesamten Branche den dringend nötigen Rückenwind geben und weitere ähnliche Transaktionen nach sich ziehen.

Mit unserer eigenen Erfahrung aus über 200 IPOs sehen wir im aktuellen Fall jedoch noch viele Wolken bis zu einem erfolgreichen IPO aufziehen und allein die Tatsache das der Rocket Internet Kurs nach der Ankündigung gefallen ist zeigt, dass wir diese Meinung nicht exklusiv vertreten, sondern der gesamte Markt sich bereits jetzt enttäuscht über die Details zeigt.

 

Drei amerikanische Banken (und keine deutsche) wurden als Lead Bookrunner benannt!